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Archiv: Ist Nürnberg hundefreundlich? / Leinenzwang – ja oder nein?

Hund&Mensch Autor:Manfred Ziegler

In Nürnberg ist oberflächlich gesehen eine hundefreundliche Stadt. Es gibt hier genau so viele Hundefreunde oder Hundegegner wie in jeder anderen Stadt. Als kleine Großstadt sind die Wege für Hundebesitzer zu Waldgebieten rund um Nürnberg von den meisten Stadtteilen aus leicht zu erreichen. Allerdings ist dafür meist ein Auto notwendig. Etwas schwierig ist es von der Südstadt aus und Nürnberg Nord mit seinen landwirtschaftlichen Anbauflächen ist auch nicht so gut geeignet.



Es gibt zusätzlich auch noch den „alten Kanal“, der zu Spaziergängen einlädt und auch der Main Donau Kanal bietet sich an.

Viele Halter sind aber auf Spaziergänge in Parks und Grünanlagen angewiesen, dort gibt es verstreut in Nürnberg zwar insgesamt 8 Hundezonen, wobei leider nicht alle optimal gelegen und angelegt sind.

Verordnungen:
Hier kommt für unseren Hund und uns die Grünanlagenverordnung und die Hundeverordnung zum tragen.

Was diese genau aussagen und von uns verlangen, könnt Ihr auf unserer Startseite unter „Rechtliches“ aufrufen.

Ich möchte an dieser Stelle eine kurze Zusammenfassung und Interpretation darstellen. Kinderspielplätze, Sportplätze usw. habe ich weggelassen, denn hier sollen Hunde sich verständlicherweise sowieso nicht aufhalten.

Die Grünanlagenverordnung sagt klar, dass Hunde in Parks (z.B. Stadtpark, Kramer Klett Park etc.), Grünanlagen (z.B. Pegnitztal West – und Ost, Dutzendteich, Marienberg) angeleint auf Wegen laufen müssen an einer höchsten 120cm kurzen Leine. Betreten der Wiesenflächen ist nach genauem Wortlaut auch angeleint verboten. Nur in den teilweise ungünstig geplanten und teilweise sehr kleinen Hundauslaufzonen dürfen Hunde frei laufen. Wenn ich die Quadratmeter der vernünftig geplanten Hundezonen zusammenaddiere, komme ich auf ca. 300.000 m². Dies hört sich erst einmal viel an. Allerdings: diese Quadratmeter geteilt durch die Anzahl der Hunde, ca. 12.000 angemeldete und nicht angemeldete, ergibt für jeden Hund eine Auslauffläche von sage und schreibe 25 m² - also die Größe einer 1 Zimmer Wohnung. Wenn wirklich die meisten Hunde zu „Gassigehzeiten“ auf Hundeauslaufplätze gehen würden, wäre es so ein Gedränge wie bei Menschen auf dem Volksfest.

Nun ja, heißt es, es sind ja nicht alle Hunde auf einmal unterwegs. Dies ist richtig, aber es ballt sich zu „Gassi geh“ Zeiten so sehr auf den Hundewiesen, dass doch viele Hundehalter die Zonen meiden und man in den Hundezonen immer weniger Hunde trifft. Ausnahme ist die sehr gut angelegte Hundezone am Marienberg.

Nicht erlaubt ist auch das leinenlose Führen in Fußgängerzonen und verkehrsberuhigten Bereichen, außer der Hund ist kleiner als 50 cm Schulterhöhe. (Hundeverordnung der Stadt Nürnberg). Kleine und mittlere Hund dürfen dort also frei laufen, wobei ein Hund mit 30 cm Schulterhöhe oftmals unangenehmer auffällt als ein großer guterzogener Hund. Wer diese Regelungen von der Größe eines Hundes abhängig macht, kennt sich mit Hunden nicht sehr gut aus.

Auch ein schlechterzogener Hund mit 30 cm kann Schaden anrichten. Er kann in der Fußgängerzone einen lästigen Haufen hinterlassen, wenn der Besitzer nicht vernünftig genug ist, diesen in einer Tüte zu entsorgen. Sehr viele der Kleinhundebesitzer räumen den Kot nicht weg, denn sie meinen „es ist ja nicht so groß“ (nicht böse gemeint liebe Kleinhundebesitzer), während bei großen Hunden das Geschäft schon mehr auffällt und sie eher geneigt sind, den Schmutz zu entsorgen. Leider auch nicht häufig genug. Die Regelung mit der Schulterhöhe entbehrt jeder sachlichen Grundlage.

Wir sind der Meinung, dass ein Hund in einer betriebsamen Fußgängerzone an die Leine gehört, alleine schon wegen der hohen Menschenansammlung, von denen sicherlich einige ängstlich gegenüber Hunden sind, und wir dies wegen der hohen Anzahl Menschen schwieriger erkennen können als auf einem Parkweg. Ich glaube unsere Stadtväter rechnen mit diesem Verhalten von Hundhaltern und so ergibt sich durch die Verordnung auf dem Papier kein genereller Leinenzwang, praktisch gesehen aber sehr wohl.

Wenn wir die Verordnung genau anschauen, dürfen wir unsere Hunde, im speziellen große Hunde über 50 cm., nur dort laufen lassen wo wir sie wirklich nicht laufen lassen wollen, weil wir damit unseren Hund und auch andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr bringen würden – nämlich auf Gehwegen dicht befahrener Straßen.

Dies kommt in der Praxis einem generellen Leinenzwang sehr nahe.

Zu meinem Leidwesen muss ich sagen, ich habe für beide Seiten Verständnis, auch wenn Hundehalter mich deswegen vielleicht angreifen. Ich glaube, es wäre unter 2 Aspekten nicht zu solch gravierenden Einschnitten in unser Hundehalterleben gekommen, wenn alle Besitzer von Hunden sich an Hundehalterhöflichkeiten halten würden wie in unserem Artikel, Thema „Hundehalterhöflichkeit“ beschrieben und wenn negativ aggressive Hunde, die schon auffällig geworden sind vom Eigentümer freiwillig an die Leine genommen würden. Bei gravierend auffällig gewordenen Hunden ist ein Leinenzwang und eine Überprüfung durch einen Wesenstest angebracht.

Wenn wir durch Erziehung dafür sorgen, dass unsere Hunde verträglich sind und auch wirklich sofort Hinterlassenschaften unserer Hunde einsammeln (immerhin ca.4 Tonnen täglich = 1440 Tonnen im Jahr) würden, hätten wir weniger Probleme mit den doch strengen Verordnungen, denn das Hauptproblem in Nürnberg mit Hunden sind nicht deren angebliche Gefährlichkeit sondern die Verschmutzung.
In der Anzahl von Vorfällen mit Hunden liegt Nürnberg im positiven Sinn auf einem der vorderen Plätze in deutschen Städten, also mit sehr wenigen Vorfällen.

Wir Hundehalter müssen uns meiner Meinung nach selbst disziplinieren und nicht auf alle vermeintlichen Rechte pochen, wenn wir uns auf Dauer mehr Freiheiten verdienen wollen, ohne andere damit zu belästigen oder deren Freiheit einzuschränken.

Wir von „Hundezone e.V.“ wollen auf Dauer erreichen, dass wir unsere Hunde in Grünanlagen auch frei laufen lassen können und zwar im Winter und bei sehr schlechtem Wetter, wenn kaum jemand in den Grünanlagen zu sehen ist. Ich spreche hier nicht vom Stadtpark oder anderen eng begrenzten und kultiviert bepflanzten Anlagen, sonder vom Pegnitztal Ost und West, Dutzendteich etc. wie oben bereits aufgeführt. Dies setzt aber voraus, dass wir unsere Hunde NICHT auf Wiesen abkoten lassen und auf die um diese Jahreszeit wenigen Spaziergänger Rücksicht nehmen.

Fakt ist, dass, wir wenn wir uns freiwillig in einigen Dingen selbst beschränken, wir vielleicht die Möglichkeit haben, uns andererseits einige mehr Freiheiten zu gestatten.

Ich komme mit den meisten Parkwächtern sehr gut aus, obwohl ich meinen Hund öfter frei laufen lasse, auch wo es nicht erlaubt ist. Sie wissen, dass ich bevor ich eine Wiese betrete meinen Hund sein Geschäft erledigen lasse und wenn es trotzdem auf der Wiese passieren würde, ich dieses auch wegräume.

Wenn mehr Fußgänger und „Radfahrer“ (siehe unser Artikel Radfahrer ab 3. März) unterwegs sind, leine ich meinen Hund an und wenn nur wenige Personen anzutreffen sind auf unseren Spaziergängen, rufe ich meinen Hund zurück wenn wir einzelne Menschen sehen und er geht „Fuß“.

Die meisten Parkwächter, wie auch Polizisten, die manchmal Streife fahren, zeigen Augenmaß und ich bin bisher fast immer höflich behandelt worden. Vielen andern Hundebesitzern die ich kenne geht es genau so wie mir.

Vielen Dank an die meisten Ordnungshüter, egal ob Polizei oder Parkwächter. Auch diese verrichten nur ihre Arbeit. Dafür müssen wir auch unsererseits Verständnis aufbringen. Bei Diskrepanzen bringen freundliche Gespräche viel mehr Erfolg für alle, als versuchen zu streiten. Es gibt auch einige wenige unfreundliche Polizisten, aber Gesetz ist Gesetz, da streite ich nicht. Viele Hundbesitzer tun was die Polizisten oder Parkwächter sagen, und wenn sie weg lassen sie ihren Hund wieder frei laufen. Das muss jeder für sich verantworten, muss sich aber im Klaren darüber sein, dass er einen Strafzettel wegen einer Ordnungswidrigkeit bekommen kann.

Mit freundlichen Aktionen, die allen Nutzen bringen, wollen wir in Zukunft erreichen dass wir mehr Freiheiten bekommen.
In 2 Jahren stehen Wahlen in der Stadt Nürnberg an und ca. 12.000 Hundbesitzer, einige mit Wahlberechtigten Angehörigen und mindestens nochmals so viele Hundefreunde haben ein Gewicht wenn es um Wahlen geht. Dies sind schon einige Prozente der Wahlberechtigten, die über Sieg oder Niederlage bei einer Wahl entscheidend sein können.

Wir sollten bei unserem Wahlzettel nicht nur unsere Geldbörse im Auge behalten sondern auch, welchen politischen Personen wir im Tierschutz und Naturschutz unser Vertrauen schenken wollen, damit die Stadt Nürnberg und die Verordnungen der Verwaltungen etwas hundefreundlicher werden. (MZ)

 Geschrieben am 27.02.2006, 20:45:11 von Hundezone

 
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