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Unser erster Hund. (Teil 1)

Kynologie

Autor: Manfred Ziegler
Für Menschen, die sich erstmalig entscheiden sich einen Hund als zukünftiges Familienmitglied ins Haus zu holen, ist es sehr wichtig, vorher eine Reihe Überlegungen anzustellen.
Genau so wichtig ist es auch für Menschen, die schon einmal einen Hund hatten, der sie 10 Jahre oder hoffentlich gar länger durchs Leben begleitet hat, sich wieder intensiv Gedanken zu machen. Denn jeder Hund ist verschieden und abgesehen von einigen wichtigen Grundbedürfnissen werden an den neuen Besitzer je nach Rasse und Alter des Hundes verschiedene Anfordereungen gestellt.

Zwei wirklich wichtige Fragen sollte sich der neue angehende Hundebesitzer unbedingt stellen.


Warum will ich einen Hund? Was kann ich meinem Hund bieten?



Warum will ich einen Hund? Was erwarte ich von meinem neuen Hund?

Schon bei dieser auf den ersten Blick einfachen Fragestellung gibt es mannigfache Möglichkeiten. Oftmals sind die wahren Gründe für eine Anschaffung versteckt hinter irgendwelchen plausiblen Erklärungen, die aber nicht das echte Motiv für eine Anschaffung sind.

Die Nicht-Befriedigung dieser versteckten Motive können später für Hund und Halter Frustration bedeuten und in einer Abgabe ins Tierheim enden.

Die offenenliegenden Gründe für Anschaffung und Auswahl sind häufig: Wir sind tierlieb, mit einem Hund ist es doch schöner Spazieren zu gehen, unsere Kinder wünschen sich einen Hund, mit einem Hund bin ich nicht so alleine, die Nachbarn haben auch einen Hund. Diese Gründe klingen gut, aber leider stimmen sie nicht immer.Leider musste ich oftmals nach weiterem Fragen erkennen, dass sich Menschen Hunde anschaffen aus folgenden, nicht immer bewussten, Gründen:

  1. Prestigedenken
  2. Vereinsamung
  3. Spielzeug für die Kinder
  4. Schutz für Haus und für sich selbst
  5. Gefühlsableiter
  6. Liebesbedürfnis weil sie sonst keiner liebt
  7. gesundheitlichen Gründen
  8. Minderwertigkeitsgefühlen

Gegen einige dieser Gründe ist erst mal nichts einzuwenden. Kritisch ist es aber, wenn ein solches Motiv das alleinige Motiv ist. Ich kenne sogar Hundhalter die sind überhaupt nicht tierlieb, haben aber einen Hund nur um eines dieser Bedürfnisse zu befriedigen.

Prestigedenken muss gekoppelt sein mit wirklicher Tierliebe, ansonsten wird der Hund nicht als sensibles gefühlsreiches Individuum gesehen. Es gibt natürlich auch Menschen, die sich einen sehr teuren trendigen Rassehund kaufen und nicht bedenken, welches Lebensumfeld diese Rasse benötigt. Ich rede hier natürlich nicht von den echten Liebhabern verschiedener Rassen die wissen, worauf sie sich einlassen. Denn als wirkliche Liebhaber haben sie sich mit den Eigenarten der gewünschten Rasse eingehend beschäftigt.
Vereinsamung kann ein wirklich guter Grund sein, einen Hund zu erwerben, wenn der Hund auch Hund bleiben darf und aus der Einsamkeit des Besitzers heraus nicht allzu sehr vermenschlicht wird. Dies geschieht aber doch häufig – ein Indiz für Vermenschlichung des Hundes ist unter anderem auch Übergewicht, mit dem immer mehr Hunde zu kämpfen haben, denn dies zeigt oftmals eine nicht artgerechte Haltung.
Für Kinder fast jeden Alters kann ein Hund ein wundervoller Freund und Begleiter sein. Leider musste ich öfter zuschauen, wie Eltern den neuen Hund kindergerecht erziehen wollen, aber es total unterlassen, auch die Kinder hundegerecht zu erziehen. In solchen Situationen wird der Hund wirklich als neues Spielzeug begriffen, von Kinder meist unabsichtlicht drangsaliert und die wunderschöne Möglichkeit verpasst, Kind und Hund richtig zusammenzuführen und damit dem Kind eine Bereicherung des Lebens zu bieten und mit sinnvoller Verantwortung aufwachsen zu lassen.
Gefühlsableiter brauchen einige Menschen leider öfter. Dazu gehören frustrierte, vereinsamte und oftmals aufgrund ihrer Lebenssituation unbeherrschte Personen. Nichts zu sagen im Job, keinen Partner oder Probleme in der Partnerschaft. Diese Menschen holen sich natürlich keinen Hund weil sie die Selbsterkenntnis haben frustriert zu sein, nein, sie wissen es oft nicht. Sie holen sich einen Hund einfach so, weil sie meinen es könnte schön sein. Man erkennt sie später aber daran, wie sie ihren Hund anschreien, einmal bestrafen ein anderes mal für das gleiche nicht, einfach nach Lust und Laune handeln. Die streicheln auch ihren Hund und geben vor ihn zu lieben, machen sich aber nicht die Mühe, den Hund mit seinen Bedürfnissen zu verstehen.
Liebesbedürfnis kann ein guter Grund sein einen Hund ins Haus zu holen, wenn der Mensch auch bereit ist, Liebe zu geben. Dann ist das vollkommen in Ordnung. Manche dieser Menschen begeben sich hier allerdings auf eine Einbahnstraße. Der Hund muss sie lieben, muss aber oft auch 5 Stunden und länger alleine bleiben und soll „funktionieren“ nur um eigene emotionale Lücken zu füllen.
Gesundheitliche Gründe können wirklich positiv gesehen werden, wenn sie damit verbunden sind, dem Hund auch in allen Lebenslagen ein guter Partner zu sein und ihn nicht nur zum „Gassi gehen“ zu benutzen. Es gibt große Unterschiede zwischen: Ich gehe spazieren und habe einen Hund dabei, ich gehe mit meinem Hund spazieren und ich gehe für meinen Hund spazieren. Darüber sollte man nachdenken.
Minderwertigkeitsgefühle sind leider häufiger ein Motiv als man denkt, sich einen Hund anzuschaffen. Dies ist eine Steigerung von falschem Prestigedenken. Hier wird der Hund oft als Vorzeigeobjekt und Abschreckungsobjekt genommen. Leider findet man in dieser Gruppe oft Menschen, die sich einen sogenannten Kampfhund halten oder zumindest große beeindruckende Hunde für ihr eigenes Image missbrauchen. Hier kenne ich persönlich Halter, die ihren Hund zwar kein schönes artgerechtes Leben bieten können, aber aus Eigenliebe verzweifelt an ihrem Hund hängen und ihn nie hergeben würden, obwohl der Hund es woanders viel besser hätte. Leider hat man kaum eine Möglichkeit, solchen Personen Hundhaltung zu verbieten obwohl es für die Gesellschaft und vor allem dem Hund zugute käme. Solche Menschen erkennt man leicht an ihrem meist von der Norm abweichenden sozialen Status.

Anders ist es mit der nächsten Gruppe:
Zum Schutz brauche ich einen Hund. Die Menschen, die einen Hund zum persönlichen Schutz oder zum Bewachen ihres Eigentums brauchen, sind natürlich nicht zu verurteilen, wenn ihnen die Präsenz eines normalen lieben Hundes als sichtbare Abschreckung reicht.

Etwas anderes ist es, wenn der Hund extra etwas „scharf“ gemacht wird. Ich bin gegen jedes „scharf machen“ von Hunden und sehe es als Armutszeugnis für den Menschen an, wenn er das braucht. Derjenige sollte lieber einen Selbstverteidigungkurs belegen statt sich einen Hund zu kaufen. Leider kenne ich von dieser Spezies auch ein paar Exemplare und die Hunde führen kein glückliches Leben, denn solche Hunde können nicht so einfach frei laufen und werden auf Dauer auch ihren Artgenossen gegenüber negativ aggressiv.
Bitte liebe zukünftige Besitzer, fragt euch wirklich genau, warum Ihr Euch einen Hund ins Haus holen wollt. Wenn Ihr einen der obigen Gründe in Euch schlummern seht, lasst es bleiben. Hunde sind sehr soziale Tiere, mit denen man viel Zeit verbringen will aus Tierliebe heraus und aus Freude mit einem Hund zusammenzuleben. Sie sind weder Spielzeug noch Lückenbüßer. Sie sind seit Jahrtausenden nützliche Partner und Freund des Menschen.

Ernsthaft Interessierte stellen sich die für den Hund wichtige Frage: was kann ich meinem neuen Hund bieten?

Habe ich genug Zeit? Der Hund sollte regelmäßig nicht länger als 5 Stunden alleine sein. Dies ist schon grenzwertig. Wenn Eure Arbeitszeit dies nicht erlaubt, verzichtet bitte auf einen Hund - außer Ihr habt jemanden, der sich zuverlässig mit Euch zusammen um den neuen Mitbewohner kümmern kann.

  1. Kann ich mir die Zeit bei jedem bei jedem Wetter zum Spazieren gehen nehmen? Je nach Rasse und Größe des Hundes können dies zwischen 2 und 4 Stunden sein. Dazu kommen noch Fellpflege, etwas Beschäftigung zu Hause wie Streicheleinheiten und spielen.
  2. Bin ich gewillt auch meine Kinder hundegerecht zu erziehen, damit sie den Hund ruhen lassen wenn er es braucht, ihn nicht schlagen herumzerren oder ähnliches? Ich weiß, vernünftige tierliebe Eltern als Hundhalter können sich nicht vorstellen, dass es dies gibt, aber leider ist es häufig Realität. Ich selbst hatte bzw. habe einen Hund aus dem Tierheim, der als Spielzeug „missbraucht“ und abgegeben wurde, als der Hund sich gegen das Verhalten der Kinder zu wehren begann.
  3. Habe ich ausreichend Platz? Ein sehr großer Hund in einer 1-Zimmer-Wohnung ist keine gute Voraussetzung.
  4. Bin ich in der Lage, die über den Lebenszeitraum eines Hundes anfallenden Kosten zu tragen? Bei einem großen Hund kommen da schnell - ohne Anschaffungspreis des Hundes - mit Futter, Tierarzt, Versicherung, Steuer, Kauknochen, Spielzeug € 800,00 oder meist mehr im Jahr zusammen. Wenn der Hund älter wird, erhöhen sich oft die Arztkosten und es sind Ende des Jahres durchaus € 1300,00 und mehr zusammen. Kann ich mir bei einem Unfall des Hundes eine Operation leisten, die mit vielen hundert Euro zu Buche schlagen kann? Die Kosten für die Erstausstattung bestehen aus Halsband, Leine, Näpfen, Spielzeug und einige anderen Kleinigkeiten. Ohne das Teuerste zu nehmen, zahle ich hier auch leicht € 100,00 und mehr.
  5. Bin ich bereit, die Zeit und das Geld für eine gute Welpenschule oder bei einem erwachsenen Hund für eine gute Hundeschule zu investieren?
  6. Bin ich wirklich bereit, für die nächsten 10 –15 Jahre eine Hund–Mensch-Beziehung einzugehen? Eine Beziehung, die genau so intensiv, schön und auch manchmal belastend sein kann wie eine Kind–Eltern-Beziehung, natürlich auf eine hundegerechte Art.

Der Biologe und Hundeforscher Eberhard Trummler hat einmal gesagt, wer keine Hunde erziehen kann, kann auch keine Kinder erziehen und umgekehrt. Dem möchte ich mich anschließen.

Dies sind die Einzelfragen die hinter der Allgemeinfrage stecken, was ich meinem Hund bieten kann.

Sollten Sie nicht ausreichend Zeit, Geld oder noch wichtiger Bindungsfähigkeit mitbringen, richten Sie Ihre Freizeit ohne Hund ein und warten Sie noch etwas bis Sie in der Lage sind, einem Hund ein schönes neues zuhause zu geben.

Wenn Sie sich entschieden haben, dass Abenteuer Hund zu erleben, dann lesen Sie in Teil 2, wie Sie den für Sie und Ihre Lebenssituation besten Hund aussuchen und zu sich nach Hause holen. Teil 2 folgt am 18.März.

Copyright Manfred Ziegler

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 Geschrieben am 16.03.2006, 08:30:11 von Manfred

 
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