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Unser erster Hund ( Teil 3) Rüde oder Hündin

Kynologie

Autor: Manfred Ziegler

Lassen Sie sich bei erwachsenen Hunden nicht zu sehr von dem Gedanken Rüde oder Hündin leiten. Suchen Sie sich einen Hund aus, der Ihnen gefällt, der zu Ihren Lebensumständen passt, denn beide Geschlechter haben ihre Eigenarten, mit denen man ohne weiteres zurechtkommen kann.

Auch wenn es sich seltsam anhört - bei mir war es in den letzten 20 Jahren eigentlich so, dass die Hunde mich ausgesucht haben wenn ich im Tierheim war, egal ob Hündin oder Rüde. Dies werde ich zu einem späteren Zeitpunkt in einem anderen Artikel genauer schildern.

Oftmals hört man, Hündinnen seien einfacher zu erziehen oder wären weniger dominant, wobei der Begriff „dominant“ meist falsch benutzt wird. Es heißt auch Hündinnen seien sanfter, oder es wird behauptet Rüden kämen besser mit Frauen und Hündinnen besser mit Männern zurecht. Nach meinen Erfahrungen kann ich dies nicht bestätigen, auch wenn es im Einzelfall stimmen kann.



Hündinnen

Sie haben den Vorteil, dass es bei den meisten Hundebegegnungen komplikationsloser zugeht, ganz einfach weil man scheinbar mehr Rüden unterwegs trifft und Hündinnen untereinander oftmals etwas friedlicher sind.

Hündinnen werden zweimal im Jahr läufig und gerade bei großen Hunden hinterlässt dies auch Spuren auf Teppichen, man sollte also nicht zu empfindlich sein. Dazu kommt eventuell das Problem der Scheinträchtigkeit oder sogar das große Problem des unachtsamen Augenblicks, der sich ca. 2 Monate später in Form von niedlichen Welpen zeigt. Ist man nicht unachtsam, darf man als Hundehalter öfter mal liebestolle Rüden abwehren, die einem aber vor lauter Herzchen in den Augen geflissentlich übersehen und nur Kulleraugen für die Hündin haben.

Nicht kastrierte Hündinnen leiden öfter später unter Gesäugetumoren oder unter Pyometra, einer Gebärmutterentzündung, die oft zu spät bemerkt wird. Weiter kann bei einer nicht kastrierten Hündin eine Hämometra vorkommen. Dabei füllt sich die Gebärmutter mit Blut. Dies sind nur Beispiele, es können noch weitere Krankheiten hinzukommen.

Auch bei der einfachen Scheinträchtigkeit können Hündinnen in dieser Zeit ihr Wesen verändern und leiden darunter. Das geht von Entzündungen der Milchdrüsen bis zur Verhaltensänderung, so dass ein Stofftier als Ersatzwelpe umhergetragen wird.

Aus Gründen des Tierschutzes und der gesundheitlichen Aspekte empfehle ich bei einer Hündin immer die Kastration nach der ersten Läufigkeit, denn dabei entfallen oben genannte Gesundheitsprobleme. Die Krankheitsrate bezogen auf diese speziellen gesundheitlichen Risiken wird um bis zu 92% gesenkt. Nach 3-4 Läufigkeiten ist der gesundheitliche Vorteil aber zum Teil weg, außer es betrifft die Körperteile, die entfernt wurden, denn was nicht mehr vorhanden, kann natürlich nicht erkranken.

Die Kastration kann allerdings, muss aber nicht, zu Blasenschwäche führen oder zu Fellveränderungen. Eine bessere Futterverwertung ist auch möglich, was sich in Übergewicht niederschlagen kann. Dies kann jedoch durch entsprechende Fütterung ausgeglichen werden.

Rüden

Sie sind nicht 2 mal im Jahr läufig, sie sind immer „läufig“ – sie laufen jedem heißen Mädel hinterher und das manchmal kilometerweit, auf der Strecke und in der gesamten Umgebung werden dabei mit „Bein heben“ Markierungen gesetzt, damit jeder andere Rüde weiß „hier komme ich, hier war ich, das Mädel will ich“.

Rambo ein kleiner Rüde
mit einem Riesenherz
für heiße Mädels


Das Rüden dabei ihren Konkurrenten nicht immer freundlich gegenüberstehen und es zu Raufereien kommen kann, liegt auf der Hand. Ist nur menschlich, denken Sie an zwei hitzköpfige Jugendliche, die um das gleiche Mädchen in der Disco buhlen.

Rüden spielen auch öfter mal zu Hause die Dominanzkarte aus, was aber mit konsequenter liebevoller Erziehung in den Griff zu bekommen ist. Einen Rüden kann man auch nicht nur ganz kurz mal rauslassen, sei es noch so kalt oder regnerisch oder man ist unter Zeitdruck. Der nicht kastrierte Rüde entleert sich tröpfchenweise durch Markieren und braucht einfach länger, um seine Blase zu entleeren.
Ich brauche besonders lange
denn ich muss die Mädels beeindrucken
und Rivalen fernhalten.




Das sollte man bei Anschaffung eines Rüden bedenken.

Kastration halte ich bei den meisten Rüden für unnötig, und bitte liebe Damen, kommt mir jetzt nicht mit statistischen Argumenten, dass Männer bei der Kastration von Rüden unbewusst eine Abneigung haben. Habe ich nicht. Ich bin nur dagegen einen Rüden wegen Verhaltensbeeinflussung kastrieren zu lassen. Man sollte seinen Hund vielmehr besser erziehen. Schätzungsweise ca. 70% der Rüden werden wegen gewünschter Verhaltensmodifikationen kastriert und die Besitzer sind später enttäuscht, wenn Angstaggressionen, territoriale Aggressionen oder Jagdtrieb bleibt wie vorher. Angstaggressionen können sich sogar verstärken. Wird ein Rüde vor der Geschlechtsreife kastriert, wie jetzt teilweise in Amerika üblich, kann es gravierende Auswirkungen haben: nämlich dass der arme „Kerl“ ein armes Würstchen wird und von jedem Rüden bestiegen wird.

Einen Hund – gleich welchen Geschlechts – als Erziehungsmaßnahme kastrieren zu lassen ist mehr als fragwürdig.

Einen Rüden aufgrund medizinischer Indikationen kastrieren zu lassen bejahe ich selbstverständlich wie zum Beispiel bei Prostataschwierigkeiten. Manche Hunde geraten bei läufigen Hündinnen solche Erregungszustände, dass epileptische Anfälle vorkommen können. Eindeutiges hypersexuelles Verhalten kann durchaus ein Grund für eine Kastration sein.

Bei einem nicht kastrierten Rüden besteht schon mal die Gefahr, dass er eine im wahrsten Sinn heiße Spur erwischt und davon läuft. Dies kann ein großes Problem sein.

Ich habe schon beides gehabt, Hündinnen und Rüden und hatte immer Verständnis für das Anliegen und die Probleme von Rüdenbesitzern. Mit meinen läufigen Hündinnen bin ich in den Wochen der Läufigkeit nicht an Stellen gelaufen, wo sich viele Hunde bewegen. Ich bin abseits spazieren gegangen, denn ich wollte nicht Schuld sein wenn ein Rüde entläuft und vielleicht verunglückt. In letzter Zeit sehe ich aber sogar Besitzer mit heißen Hündinnen in den Hundeauslaufzonen. Persönlich finde das anderen Hundebesitzern gegenüber, die einen Rüden haben, nicht fair. Liebe Besitzer von Hündinnen, denkt einmal darüber nach, Euer nächster Hund in einigen Jahren ist vielleicht ein Rüde.


Egal ob Hündin oder Rüde, egal ob man sie im Welpenalter oder als erwachsene Hunde zu sich nimmt. Beide Geschlechter haben ihre eigenen Problemchen für den Halter. Ich habe mich bei der Wahl eines Hundes noch nie davon beeinflussen lassen, solange es der einzige Hund im unserem Haushalt war.
Anders liegt die Sache, wenn Sie sich einen Zweithund anschaffen, da ist es meist vernünftiger, aber nicht immer unbedingt notwendig, das andere Geschlecht als Ergänzung zum Ersthund zu wählen. Als neuer Ersthundehalter kommt diese Frage für Sie aber eigentlich nicht auf, außer Sie entscheiden sich für ein Geschwister–Welpenpaar, wovon ich Ihnen als Ersthundebesitzer dringend abrate. Erziehen Sie erst einen Hund für zwei Jahre und stellen Sie dann die Überlegung für einen zweiten Hund an.


Rüde oder Hündin, beides sind Hunde, jeder Hund kann zu Ihrem Glück beitragen


Copyright Manfred Ziegler

 Geschrieben am 22.03.2006, 00:46:34 von Manfred

 
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