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Archiv: Hunde in der Stadt – Hunde auf dem Land

Kynologie Autor:Manfred Ziegler

Es wird immer wieder behauptet Hunde, gehörten nicht in die Stadt; auf dem Land hätten sie viel mehr Freiraum, weil ein Hund einen Garten brauche. Die Behauptungen gehen manchmal sogar so weit, dass es heißt, es grenze an Tierquälerei einen Hund in der Stadt zu halten. Auch Tierheime geben oft lieber Hunde an Gartenbesitzer ab als an Stadtbewohner mit einer 3-Zimmer Wohnung.

Was braucht ein Hund nun wirklich?



Es wird immer wieder behauptet Hunde, gehörten nicht in die Stadt; auf dem Land hätten sie viel mehr Freiraum, weil ein Hund Ein Hund braucht seiner Größe und Rasse entsprechend viel Auslauf und natürlich soziale Kontakte zu seinem Rudel, also den Menschen mit denen er lebt und natürlich auch mit anderen Hunden.

Gartenhunde in der Stadt und erst recht auf dem Land fristen oft einen großen Teil des Tages im Garten und da sie ja sowieso im Freien sind, werden die Spaziergänge eingeschränkt und die Hunde hauptsächlich zum Abkoten auf eine kurze Runde geführt. Auf dieser kurzen Runde werden nur wenige andere Hunde getroffen und die Spaziergänge sind aus Hundesicht häufig reichlich langweilig.

Das sind dann oft Hunde, die an ihrem Gartenzaun ein Konzert veranstalten sobald jemand vorbei geht. Trotz Garten sind diese Hunde nicht ausgelastet. Wollen denn wir Menschen in einem noch so schönen Garten eingesperrt sein? Ich glaube wenn wir dies ein Leben lang wären, würden auch wir Menschen etwas sonderlich und im schlimmsten Fall anderen Menschen gegenüber sozial unverträglich, weil uns der positive Stress ( Eustress), den fast jedes Lebewesen braucht, fehlen würde.

Manche Hunde brauchen rassebedingt natürlich ein eigenes Revier zum Bewachen und Hüten. Die meisten Hunde wollen als Rudeltiere aber mit ihrem Menschen auf Streifzüge gehen und etwas erleben. Dafür sind sie gerne bereit in einer Wohnung zu leben, solange sie genügend abwechslungsreichen Auslauf haben.

Dafür ist Nürnberg schon sehr gut geeignet. Als kleine Großstadt haben Hund und Herrchen/Frauchen den Vorteil, dass Sie mit dem Auto oder auch öffentlichen Verkehrsmitteln doch schnell in schönen Auslaufgebieten sind. Für die Gebiete in Langwasser eignet sich der Reichswald am Zollhaus. Nürnberg Ost und Zerzabelshof hat hervorragende Möglichkeiten mit Spaziergängen hinter dem Zoo oder im Wald von Laufamholz. Nürnberg West findet Gebiete hinter Stein. In Nürnberg Nord ist es etwas schwieriger wegen der vielen Anbauflächen. Wir haben es getestet - von den meisten Stadtteilen kommt man mit dem Auto innerhalb von 10 –15 Minuten in Gebiete, wo man seinen Hund frei laufen lassen kann und auch andere Hunde trifft zum Spielen.

Zusätzlich haben Hunde noch die Möglichkeiten zum Auslauf am Wöhrder See, Marienberg und Dutzendteich. Hier besteht allerdings generell Anleinpflicht, außer in den Hundezonen, die allerdings manchmal unserer Meinung nach nicht optimal angelegt sind.

Den „armen“ Stadthunden geht es oft besser als den Landeiern unter den Hunden. In der Stadt Nürnberg leben offiziell ca. 11.000 Hunde. Dazu kommen wahrscheinlich noch ca. 1.000 nicht gemeldete Hunde. Die Möglichkeiten, immer wieder neue Spielpartner zu finden, sind ist doch sehr viel größer als auf dem Land. Das wollen Hunde - neue Sozialkontakte und abwechslungsreiche Begegnungen. Hier unterscheiden sich unsere Hunde nicht von uns Menschen.

Auch Stadtspaziergänge sind für einen Hund sehr interessant. Hier kann er die verschiedensten Gerüche erfahren und dabei gleich üben, bei anderen Hundbegegnungen an der Leine einfach „cool“ zu bleiben. Er lernt auch locker aber konzentriert „ bei Fuß“ zu gehen, ohne jede Hauswand als sein Eigentum zu kennzeichnen. Auf Stadttouren reguliert sich die Krallenlänge und die verschiedenen Geräusche lernt er stressfrei zu verarbeiten. Er lernt auch mit der Sicherheit seines Herrchens oder Frauchens, dass Menschenansammlungen interessant sein können und gar nicht bedrohend, so dass es sich überhaupt nicht lohnt, sich verunsichern zu lassen. Von Volksfesten oder Riesenansammlungen großer Menschenmengen hält allerdings der Stadthund nicht viel. Aber auch viele Menschen vermeiden größere Ansammlungen, weil sie sich dabei unwohl fühlen.

Wir sehen, unsere Hunde sind gar nicht so viel anders als wir und ein Stadthund kann durchaus ein sehr hundegerechtes glückliches Leben führen. Wie in allen anderen Hund – Mensch Beziehungen kommt es auf den Menschen an, seinem Hund ein artgerechtes Leben zu bieten.

Eines muss allerdings deutlich gemacht werden. Nicht alle Hunde eignen sich für die Stadt. Wie oben bereits erwähnt, brauchen große Hütehunde doch ein eigenes Grundstück, sollten aber auch zusätzlich ausreichend bewegt werden.

Jagdliche Hunde wie Pudelpointer, Deutsch Drahthaar, Gebirgsschweißhund und ähnliche Rassen gehören nicht in die Hand eines Stadtmenschen, außer er beschäftigt die Hunde im Jagdrevier oder hat genügend Zeit für alternatives Training, dass die Arbeit auf der Jagd ersetzt.

Laufhunde wie Huskies oder Hütehunde wie Border Collies und Australien Cattledogs gehören auch in der Stadt nur in erfahrene Hände die bereit sind, mit dem Hund intensiv zu arbeiten, sonst schlägt die Unterforderung sehr schnell in negative Aggressionen um.

Leider kenne ich einige sehr tierliebe aber gedankenlose Stadthundebesitzer, die mit ihrem großen Hund im vierten oder fünften Stock ohne Aufzug wohnen und nicht daran denken, dass dies für den Hund im Alter oder bei Krankheit eine sehr starke Belastung sein kann und auch Probleme für den Halter bedeuten, der seinen Hund nicht die Treppen hoch tragen kann.

Wenn Sie sich einen neuen Hund als Partner ins Haus holen, denken Sie als Berufstätiger daran, dass kein Hund - egal ob groß oder klein - gerne 6 oder 7 oder gar mehr Stunden alleine ist. Der Hund vereinsamt und ist unterbelastet. Das damit einhergehende Problem, dass der Hund sich nicht häufig genug entleeren darf, geht auch mit einer Reihe gesundheitlichen Risiken einher.

Bitte suchen Sie Ihren neuen Hund mindestens so sorgfältig aus wie ein neues Auto. Beim Kauf eines neuen Autos werden Stunden damit verbracht, Modelle und Leistung zu vergleichen und zu bewerten, ob das Auto unseren Anforderungen gerecht wird. Wir brauchen aber noch nicht einmal auf Gefühle des Autos Rücksicht zu nehmen. Bei einem Hund wird oft beim ersten Eindruck der Hund erworben. Mammi, Pappi der ist so süß. Wir müssen uns bei der Auswahl wirklich fragen: “Was will ich von meinem neuen Hund?“. Noch viel wichtiger ist die Frage: „Was kann ich meinem neuen Hund bieten?“

Über die Auswahl des richtigen Hundes lesen Sie einfach unseren Artikel mit Fragebogen zur Selbstbewertung: „Wir wollen einen neuen Hund!“ Über Leinenzwang in Nürnberg und weitere optimale Auslaufmöglichkeiten lesen Sie unseren Artikel: „Ist Nürnberg hundefreundlich?“

 Geschrieben am 12.02.2006, 19:23:23 von Jens_Henke

 
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